Insulinwirkung und Blutzuckerwerte verstehen

Die Bauchspeicheldrüse produziert Hormone für die Blutzuckerregulation, unter anderem Insulin. Insulin schleust die mit der Nahrung aufgenommene Glukose (Traubenzucker) aus dem Blut in die Körperzellen. Diese brauchen Glukose zur Energiegewinnung.
Bei Menschen mit Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse kein oder zu wenig Insulin. Damit die Glukose auch bei Menschen mit Diabetes in die Zellen gelangt, bekommen diese Unterstützung von außen – per Insulin. Bei vielen Typ-2-Diabetikern beispielsweise bildet die Bauchspeicheldrüse noch eine Restmenge an Insulin. Manche Patienten brauchen dann täglich nur eine Dosis eines lang wirksamen Insulins, um ihren Grundbedarf zu decken. Andere Patienten verwenden kurz wirksames Insulin zu den Mahlzeiten oder eine Mischung aus kurz und lang wirksamen Insulin. 

Ein gesunder Lebensstil ist pure Medizin

Doch egal, wie oft und welches Insulin Sie verwenden – es bewirkt immer eine Senkung des Blutzuckers, ebenso wie körperliche Bewegung. Im Gegensatz dazu steigt der Blutzucker immer an, wenn Sie Kohlenhydrate essen. Sie stecken beispielsweise in Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Obst oder Süßigkeiten.

Drei Säulen sind das Fundament für dauerhaft gute Blutzuckerwerte:

  • ausgewogen essen und trinken
  • körperlich aktiv sein
  • ein guter Therapieplan

Diese drei Faktoren sind die beste Versicherung, dass Sie trotz Diabetes langfristig gesund leben können. Treten häufiger hohe und niedrige Blutzuckerwerte auf, ist dieses Ziel gefährdet.

So vermeiden Sie niedrige Blut­zucker­werte

Sinkt der Blutzucker unter 70 mg/dL (4 mmol/L), sprechen Ärzte von einer Hypoglykämie (Unterzuckerung). Sie kann auftreten, wenn Sie z.B. nicht genug gegessen haben, zu viel Insulin gespritzt haben oder sich körperlich ungewöhnlich stark verausgabt haben.

So können Sie niedrige Blutzuckerwerte vermeiden:

  • regelmäßig essen
  • Halten Sie den Insulinplan ein. Spritzen Sie Mahlzeiteninsulin beispielsweise zu spät oder lassen Sie die Mahlzeit gar ausfallen, sinkt der Blutzucker stärker als gewollt.
  • Treten bei Ihnen häufiger niedrige Blutzuckerwerte auf, muss die Insulindosis vielleicht gesenkt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Diabetesberaterin darüber. Eventuell ist eine Anpassung der Insulindosis oder des Medikamentenplans notwendig.

So vermeiden Sie hohe Blut­zucker­werte

Die Blutzuckerwerte sind zu hoch, wenn sie nüchtern über 126 mg/dL (7 mmol/L) oder zwei Stunden nach einer Mahlzeit über 200 ml/dL (11 mmol/L) liegen. Ärzte sprechen dann von Hyperglykämie (Überzuckerung). Häufig kommt es dazu, wenn Diabetiker vergessen, Insulin zu spritzen, wenn sie zu viele Süßigkeiten oder andere kohlenhydrathaltige Lebensmittel essen oder wenn der Körper mit einer Infektion oder Krankheit fertig werden muss. Auch Stress und mangelnde körperliche Bewegung können die Blutzuckerwerte in die Höhe treiben.

Bei hohen Blutzuckerwerten können Sie Folgendes tun:

  • Körperliche Aktivität kann geringfügig erhöhte Werte senken.
  • Insulin senkt den Blutzucker.
  • Falls Sie vergessen haben, Insulin zu verwenden, rufen Sie Ihren Arzt oder Ihre Diabetesberaterin an und fragen Sie sie, wie Sie jetzt richtig reagieren können.
  • Treten häufiger erhöhte Blutzuckerwerte bei Ihnen auf, ist die Erhöhung der Insulindosis vielleicht eine Lösung. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Diabetesberaterin darüber. Eventuell müssen Ihre Insulindosis oder Ihr Medi­ka­men­ten­plan angepasst werden.